Wahlrecht zur Bundestagswahl oder anderen Parlamenten

7 Gedanken zu “Wahlrecht zur Bundestagswahl oder anderen Parlamenten”

  1. Hi,

    ich suche gerade das Abhörmikro ;-). Ich diskutiere diese Möglichkeit mit meinem Kollegen seit ca. einer Woche. Hauptprobleme die uns aufgefallen sind:

    Wählerwille = ein DK hat > 50% und alle Plätze sind belegt.

    Bayern, Die CSU hat im Vergleich nur eine geringe Anzahl von Zweitstimmen, aber eine hohe Anzahl DK’s

    Gruß Ralf

    1. Ahoi,
      das ist kein Problem. Man nennt die DK einfach nicht mehr DK, sondern Kandidaten.

      Die Kandidaten einer Partei werden gemäß ihrer Prozentpunkte sortiert. Die Plätze werden dann nach dieser Reihenfolge vergeben, bis alle Plätze vergeben sind.

      Einzige Ausnahme: Parteilose gewinnen ein Mandat, wenn sie die meisten Stimmen in ihrem WK bekommen.

      Grüße,
      Jürgen.

      1. Ja, aber was passiert, wenn ein „Kandidat“ ein deutliches Wählervotum hat, eben > 50% aber kein Platz mehr für diese Partei mehr „Frei“ ist? Am Beispiel CSU der Partei stehen z.B. 15 Plätze und 30 Kandidaten haben > 50% Direktstimmen. also würden 15 SPDler mit <50% in den Bundestag einziehen, obwohl das Wählervotum eindeutig für die CSU Kandidaten war.

      2. Das ist korrekt.
        Das Wählervotum war ebenso eindeutig dafür, dass nach 15 CSU-Mandaten Schluss sein soll.

        Das Verfahren erfüllt 2 Zwecke:
        1. Es bestimmt den Parteienproporz im Parlament
        2. Es wählt die Menschen in diesen Proporz, die jeweils die meiste Zustimmung zu ihrer Partei finden.

        Man kann durch die Anzahl der Wahlkreise hier etwas dafür sorgen, dass solche extremen Fälle nicht oft passieren. Wenn so viele CSU-ler >50% bekommen haben, dann hat ja auch die CSU deutlich stimmen bekommen. Die Frage ist, wie sehr soll die Einteilung der Wahlkreise das wirklich verhindern. Ist das wirklich notwendig?

        Du klingst so, als fändest Du es schlimm, wenn solche Leute nicht ins Parlament gewählt werden. Die einzig andere Alternative wäre die, den Proporz durch Ausgleichsmandate komplett wieder herzustellen, nach Zuschlag der Überhangmandate. Das halte ich aber nicht für optimal, da dann das Parlament im Zweifel sehr deutlich aufgebläht wird. Zudem ist die Frage, ab welchem Quorum ein Kandidat auf jeden Fall ins Parlament einziehen soll?

  2. 😉 Wie oben erwähnt, ich diskutiere bereits seit einer Woche (solange habe ich die Idee, übrigens auch über Nacht, schon) mit meinem Kollegen darüber, wie dieses Problem zu lösen ist. Wie haben sogar schon die verschiedenen Möglichkeiten (mit den Zahlen der NRW LTW) durchgerechnet, aber egal wie, wir landen bei den zugelassenen Wahlverfahren immer bei Überhänge, die nicht aufzulösen sind. Mit Zahlen der letzten BTW sind es immer die „kleinen“ Bundesländer oder eben Bayern (CSU) die dann nicht durch Wählerwille repräsentiert werden.

    Ubrigens ist nicht das Aufblähen des Bundestags das Problem, man könnte einfach die Anzahl der Standardsitze verringern und hätte dann mit Überhangmandate soviel wie jetzt, sondern u.a. das negative Stimmgewicht.

    Zum Thema Quorum, wer > 50% bekommt hat zumindest seinen Wahlkreis wirklich überzeugt.

    Gruß Ralf

    1. Mit diesem Verfahren gibt es kein negatives Stimmengewicht. Wenn Du Deine Lieblingspartei nicht wählst, bekommt sie weniger %% und damit weniger Sitze.
      Was man noch machen könnte, wäre Approval Voting zulassen. Das könnte allerdings auch zur „explosion“ kleinerer Parteien wie der FDP führen, wenn die Leute dann z.B. CDU+FDP wählen, weil sei so eine Koalition gut fänden.

      1. Klar, ein negatives Stimmrecht wird verhindert, darum habe ich mich damit ja auch befasst. Ich erwähnte es nur als Beispiel, weil „aufblähen“ nicht der Grund des Gerichtsurteils war. Ich finde diese Art der Wahl wirklich gut, aber es wird nicht in allen Fällen der Wählerwille durchgesetzt und das sehe ich als Problem.

        In NRW war das Problem, dass die DK’s der CDU ihre Wahlkreise nicht mehr gewinnen konnten, aber die SPD diese Wahlkreise eben nicht deutlich sondern mehr oder weniger knapp gewonnen haben. Man müsste jetzt mal genau raussuchen wieviel Prozentpunkte der letzte DK, der nicht zum Überhangmandat geführt hat, erhalten hat.

        Ok wir beiden können hier diskutieren, das neue Wahlverfahren wir in Berlin entschieden und ich gleube es wir auch weiterhin die „großen“ Parteien bevorteilen. ;-).

        Ich vermute man wird die Wahlkreise vergrößern und nur noch 1/3 DK’s und 2/3 Liste berücksichtigen, dann tendiert die Anzahl der Überhangmandate gegen NULL.

        Gruß Ralf

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