Atomkraft und Kinderkrebs

Ein Gedanke zu “Atomkraft und Kinderkrebs”

  1. Mich erreichte folgender Leserbrief unter dem Titel „Unsere Gemeinde und die Jodtabletten. Ein Gedächtnisprotokoll.“

    Wiedergabe mit freundlicher Genehmigung der Autorin.

    Guten Tag Herr Stemke,

    Wie besprochen sende ich Ihnen ein Gedächtnisprotokoll von meinem Telefonat mit unserer Gemeindeverwaltung bezüglich Jodtabletten. Es wäre jedoch ganz gut, wenn Sie vorab unsere Betroffenheit kennen würden. Ich empfehle Ihnen hierzu meinen Blogpost „Nur eine Sicherheit“ http://226.ch/index.php/forum/blogs/171-nur-eine-sicherheit

    Weiter möchte ich im Vorab erwähnen, dass ich mich als lediglich interessierte „Frau Schweizer“ („Frau und Herr Schweizer“ werden hier liebevoll die Durchschnittsbürger genannt) ausgegeben und versucht habe, entsprechend zu reagieren im Gespräch.

    Vor etwa drei Wochen nahm ich telefonischen Kontakt zu unserer Gemeindeverwaltung auf. Ich landete prompt bei einer netten Frau am Schalter, die auf meine Frage, wie denn das ist mit den Jodtabletten im Fall eines Störfalles so wäre, hörbar irritiert war. Es folgte eine kurze Pause und ich wurde gefragt, was bitte mein Anliegen sei. Darauf hin ging ich etwas ins Detail und schilderte, dass einem ja angeraten wird bei einem Zwischenfall in einem AKW in der Nähe Jodtabletten einzunehmen und das diese angeblich von der Gemeindeverwaltung ausgegeben werden. Und das ich mich diesbezüglich gerne auf meiner für mich zuständigen Gemeindeverwaltung erkundet hätte, was ich hiermit schliesslich auch tue. Es folgte wieder eine kurze Pause und fand mich nach einem freundlichen Hinweis zunächst in einer etwas länger anhaltenden Warteschleife wieder. Nach einiger Zeit hatte ich die nicht mehr so nette, aber nun sehr irritierte Frau wieder am Apparat, die mir mitteilte, dass Sie mir bei meinem Anliegen jetzt so ad-hoc nicht behilflich sein könnte. Ich liess mich jedoch nicht abwimmeln und fragte weiter. Nämlich ob die Gemeinde denn jetzt Tabletten für mich und meine Familie parat hätte, sollte ein Störfall eintreffen. Und wenn ja, wie ich die dann bekomme. Werden sie angeliefert oder gibt es Abgabestellen und wenn ja – wo?

    Die Irritation wich deutlich hörbar der Überforderung und eine Stimme aus dem Hintergrund mischte sich kurz ein:“Ich habe mal gelesen, dass auch Orangen gut wären anstatt Jodtabletten. Wegen dem Pektin…“ Ich fragte daraufhin prompt, ob es in unserer Gemeinde dann anstatt Jodtabletten Orangen geben würde. Die Überforderung und Hilflosigkeit meiner Gesprächspartnerin liess Sie dann dazu verleiten, mir anzuraten, mich an das (obacht!) Bauamt zu wenden. Nur leider sei der Herr vom Bauamt heute und morgen ausser Haus und es sei eher schwierig ihn zu erreichen, da er viele Einsätze im Aussendienst hätte zur Zeit. Nun war jedoch ich die hörbar irritierte und bekam auf mein leises „Bauamt?“ als Antwort, dass das ja die sind, die auch was mit den Zivilschutzbunkern zu tun hätten. So glaube Sie. Ich fragte schliesslich, ob denn gerade jemand vom Gemeinderat zu sprechen wäre. Dies wurde verneint. Ich hinterliess dann auf meinen Wunsch unsere Kontaktdaten mit der Bitte, dass sich doch jemand bei mir melden möge, sobald man auf der Gemeindeverwaltung eruiert hätte, wer denn für die Bürger mit solchen Anliegen zuständig sei. Natürlich hat sich bis heute niemand bei mir gemeldet. Es hätte die Möglichkeit gegeben, mich an die „Regionale-Zivilschutz-Organisation“ zu verweisen. Denn in dieser ist die unsere Gemeinde seit dem Jahr 2004 vertreten.

    Gleichsam ernüchternd war mein Telefonat mit dem Volksschulamt des Kanton vor einer gewissen Zeit. Ich stellte dort die Frage, was denn mit meinem Kind in der Schule/Kindergarten geschehe (Evakuierung – wohin? Zivilschutzbunker bleiben in solchen Fällen ja geschlossen), sollte ein ABC-Alarm ertönen.

    Ich habe schon einige dieser „Testtelefonate“ geführt. Mit verschiedenen Behörden. Einfach aus der reinen Neugier und um heraus zu finden, wie gut es denn wirklich gestellt ist um unser Wohl, sollte eine nukleare Katastrophe in der Schweiz eintreten. Und ich kann Ihnen sagen, dass der Grossteil dieser Gespräche wenig hilfreich oder beratend war Eher im Gegenteil. Es hat uns und einige andere in unserer Nachbarschaft dazu bewogen, Eigeninitiative zu zeigen, was den Schutz vor nuklearer Strahlung anbelangt. Wir sehen nicht das Ende der Welt kommen, aber sollte es Mühleberg Fukushima gleich tun, wüssten wir was zu tun ist. Wir würden uns untereinander helfen und organisieren und keinesfalls den Behörden folgen. Das Vertrauen ist schlicht und ergreifend nicht mehr da. Wie Sie sicherlich schon bemerkt haben auch nicht ohne Grund.

    Ich hoffe, ich konnte Ihnen behilflich sein. Für Rückfragen stehe ich gerne zur Verfügung.

    Es verbleibt mit freundlichen Grüssen

    Jenny

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