Bombergate – Eine Zwischen-Bilanz

12 Gedanken zu “Bombergate – Eine Zwischen-Bilanz”

  1. Ich finde diese Ueberraschung ueber den Unwillen zur Aufhebung der eigenen Vermummung… ueberraschend. Nicht allgemein, sondern speziell vor dem Hintergrund, wo diese Aktion stattfand, gegen wen dort demonstriert wurde und welche Reaktionen aktuell stattfinden.

    Sich jetzt zurueckzulehnen und ueber Vertrauen zu sinnieren, waehrend die eigene Mailbox _nicht_ mit Todes- und Vergewaltigungsdrohungen ueberlaeuft, hat etwas Armsesselgeneral-artiges.

    Was den Richtungsstreit angeht, gebe ich dir Recht. Offenkundig kamen vor allem 2009 Menschen aller moeglicher Couleur zusammen, deren Einigungsmerkmal die Antipathie gegenueber der „etablierten“ Politik und ein gewisser Anspruch zur Netzpolitik waren. Das war dann aber schon alles. Ob man ein „freies Netz“ vor allem fuer sich will, oder zur Wirtschaftsfoerderung, oder zum Abbau struktureller Ungleichheiten, macht eben doch einen Unterschied.

    Leider hat sich in den vergangenen Jahren kaum jemand der Debatte gestellt. Hauptsaechliche Antwort war „nicht links, nicht rechts, sondern vorne“, und „vorne“ wurde beinahe schon beliebig durchdefiniert.

    1. Ich lehne mich nicht zurück und solche Drohungen sind scheisse. Das erwähne ich auch im Artikel. Sie kommen nicht nur von außen, sondern auch von innen und nicht nur gegen Anne, sondern z.B. auch gegen Leute unserer IT. Dass möglicherweise einige der veröffentlichten Drohungen gegen Anne gefaked sind, um andere zu diskreditieren, verschäft die Sache weiter.

      Ich selbst werde auf dem Blog der Pirantifa.net übel verleumdet. Das ist zwar keine Todesdrohung, aber auch nicht nett.
      Ich bleibe bei meinem Fazit: Es mangelt eindeutig an sozialer Kompetenz.

      Zum Zeitpunkt: Der Wahlkampf ist jetzt, ich kann ihn nicht verschieben, also muss ich mich jetzt damit beschäftigen. Streng genommen muss ich mich garnicht so sehr damit beschäftigen, um festzustellen, dass ich Anne derzeit als Europakandidatin für ungeeignet halte. Es hilft aber auch zu meinem eigenen Verständis, mal zu sehen, warum.

      1. Hilfst du mir mit einem Link, die Vergewaltigungs- und Todesdrohungen gegen die IT zu finden? Und magst du unterfuettern, was dich zur Verdachtsaeusserung bringt, Drohungen gegen Anne seien gefaked?

        Ich sehe das Problem mangelnder sozialer Kompetenz ebenso. Hast du eine Idee, wie man das aendern koennte?

        Ad Anne und EP: Ich sehe in Anne kein Hindernis, die Liste zur Wahl zu empfehlen. Ich wuerde mich freuen, wenn die Leute auf der Liste ins EP kaemen – sie betreiben aktiv Politik und schaffen gerade solide Oeffentlichkeit fuer die Themen, von denen ich annahm, dass die Piraten sie teilen. Trotz Gate-Eskalation, trotz Verstoessen der IT gegen den System Administrators‘ Code of Ethics. Das finde ich unterstuetzenswert.

      2. Das war nicht im Mumble mit Aufzeichnung, sondern danach. Beim offiziellen Teil gab es wohl viel Unterirdisches von allen möglichen Seiten.

  2. Achso, beinahe vergessen, bevor der Eindruck entsteht, ich teile deine Einschaetzung und deine Ruecktrittsforderungen gegenueber BuVo und Europaliste: Mache ich ausdruecklich nicht. Im Gegenteil. Die derzeitige Liste ist aufgrund ihrer Zusammensetzung einer der letzten Gruende, warum ich Leuten in meinem Umfeld – fuer diese konkrete Wahl – die Piraten ans Herz lege.

    1. Ich stelle keine Rücktrittsforderungen, wenngleich ich einige Personen auf einigen Positionen für suboptimal oder für deren Position nicht geeignet halte.

  3. Ich glaube, die Piraten müssen den extremistischen, linkssektiererischen Ballast abschütteln: Wenn sie eine Zukunft haben wollen.

    Die Piraten sind linksliberal, oder sie kentern.

  4. Gestern ist annähernd der halbe Bundesvorstand zurückgetreten. Für mich weniger ein Zeichen, dass „die Drei“ persönlich die -ihrer Meinung nach- richtige Konsequenz gezogen haben, sondern vielmehr ein letztes klares Zeichen dafür, dass die Piratenpartei schon längst gekentert ist.

    Mir ist völlig schleierhaft, ob die Initiatoren der letzten „-gates“, mit ihren Aktionen (auch) glaubten, Wählerstimmen für die Piraten generieren zu können… ???

    Für mich, und die allermeisten potentiellen Wähler der Piraten, erschienen und erscheinen die diversen „-gates“ eher als Aktionen von Leuten, die die Partei schon längst abgeschrieben haben und die letzten Tage der relativ großen Öffentlichkeitswirksamkeit der Partei für ihre Belange ausnutzen wollen, bevor sie endgültig wieder in irgendwelchen Blogs und Foren verschwinden, die den „gemeinen Bürger“ -nach wie vor- weder erreichen noch interessieren…

    Ich stimme Jürgen Stemke in 2 Punkten zu:
    1. In der Partei fehlt es eklatant an sozialer Kompetenz. (MIttlerweile nicht nur auf Einzelpersonen bezogen, sondern auf ganze Strömungen innerhalb der Partei.)
    2. Die Partei hat Punkt 1 zu spät erkannt und diesem Fakt entgegengewirkt.
    Zunächst wurden Leute mit „sozialer Kompetenz“ noch ständig abgewählt, heute treten sie schon freiwillig zurück (wie z.B. gestern geschehen.)

    Die Partei ist tot.

    Vielleicht tröstlich für einige Piraten: Ich denke nicht, dass auch nur ein einziger Kandidat der Piraten ins Europaparlament einziehen wird.

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