Ideen zum Gendern

2 Gedanken zu “Ideen zum Gendern”

  1. Ich finde diese beiden Beiträge sehr interessant, weil sie in Worte fassen und logisch begründen, was mich intuitiv schon seit Jahren an der „…Innen“-Schreibweise stört.

    Zu „“die/der Schüler*in geht zu ihrer/seiner Schule” – es ist spontan unklar und nicht eindeutig, wie man den Satzteil korrekt spricht“: Nicht nur „spontan“. Ich habe auch nach längerem Nachdenken keine Möglichkeit gefunden, einen solchen Satz sinnvoll auszusprechen. Ich weiß auch nicht, wie ich einen solchen Satz lesen soll, weil ich ihn dabei in Gedanken ja auch irgendwie aussprechen müsste. Mir bleibt dabei eigentlich nur querlesen, oder gar nicht lesen. Wobei ich mich, wenn möglich, doch oft für letzteres entscheide.

    Gestern habe ich mal versucht, mir zu überlegen, wie ich eine männliche Form benennen würde, wenn ich das müsste. Im gestrigen Beitrag wurde dafür die Nachsilbe -us, die aus dem Lateinischen stammt, vorgeschlagen. „Sehr geehrte Bürgeruse und Bürgerinnen“ fühlt sich für mich aber irgendwie nicht richtig an. Ich bin letztendlich auf die Nachsilbe -er gekommen, also „Liebe Bürgerer und Bürgerinnen“. (Oder halt doch ganz einfach „Liebe Bürger“.)

  2. Die Schwierigkeiten beginnen, wenn die Form mit Bedeutung aufgeladen, sprich bewerten wird.
    Einmal wird eine Spezialität wie Wiener Schnitzel, Berliner oder was auch immer, als völlig unproblematisch angesehen, Zigeuner Art oder Negerkuss, wird jedoch als abwertend empfunden.
    Ich sehe da keine keine Abwertung, anderst formuliert, ich habe sogar ein äußerst positive Verbindung mit dem Negerkuss bzw. Mohrenkopf.
    Ich habe auch kein Bild, das etwas mit einem Menschen zu tun hätte, entwickelt.
    Wertung liegt im Auge des betrachters, die problematisch wird, wenn sie anderen aufgezwungen wird.

    Menschen, die dies tun, erinnern mich nicht an den Begriff progressiv, sondern mehr an den so „typisch deutschen Spießbürger“.

    Leider fehlt diesen Menschen ein Spiegel, der dieses Eigenbild reflektieren könnte.

    Ich lese mittlerweile meist nur noch bis zum ersten gegenderten Begriff, einfach weil ich Karl Popper zustimme und andere Menschen durch einfache Sprache mitnehmen möchte, denn diese werden tatsächlich sprachlich ausgegrenzt.

    „Wer’s nicht einfach und klar sagen kann, der soll schweigen und weiterarbeiten, bis er’s klar sagen kann.“
    Karl Popper

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