Gendern-Studien

10 Gedanken zu “Gendern-Studien”

  1. „Auch wenn ich nicht tiefer in Studien zum Thema eingestiegen bin […] Denke selbst.“

    Und das in einem Absatz. Das ist hart.

    Ich empfehle wieder einmal “Delusions of Gender” von Cordelia Fine. Das hat 42 Seiten Fussnotenanhang, und eine 38 Seiten starke Bibliography, die als Gesamtrundumschlag zum Thema dienen kann.

    Nach solcher Lektuere/Literaturrecherche ist diese Diskussion vermutlich zielfuehrender.

    1. Statt die Argumente gegen Gendern zu widerlegen eine Literaturliste posten, um den „Gegner“ abzulenken? Netter Versuch.

      1. Es kamen keine Argumente, es kam ein Meinungsstueck nach dem Ueberfliegen weniger Blogposts und ein(!) gelesenes Paper. Ich weiss nicht, auf welcher Basis da ein Diskurs stattfinden sollte.

        Beeindruckend, dass es offenbar einerseits vollkommen einleuchtend war, einen Wiefelspuetz zu fragen, wie sehr er sich denn in der Materie auskennt – andererseits hier aber das Aequivalent seines damaligen „GOGO, GAGA, TRALAFITTI“ zu verbreiten, bei dem allein die persoenliche Meinung zu zaehlen scheint, unbeeindruckt von jeglicher vorheriger wissenschaftlicher Arbeit.

    2. Ich denke, die geradezu stahlharte Arroganz, die aus den Beiträgen von „STK“, spricht, dazu der nicht minder uncharmante Kommando-Ton sprechen eine eigene Sprache. Erstens, beim Verfasser müsste es sich nach meinen Lebenserfahrungen um einen Mann handeln. Zweitens, um einen Menschen, mit dem das Gespräch in dieser Thematik nicht lohnt – weil hier niemals auf Dialog, niemals auf echtes Überzeugen gesetzt wird.

      Schade um die Zeit. Oh, und noch Eines: Wer persönliche Erfahrungen mit der Diktatur der DDR gemacht hat, der wird diesen speziellen Ton sofort wiedererkennen. Nun, aber ich will nicht voreilig werten, vielleicht war „STK“ in diesem Moment einfach nur schlecht in Form. Da er sich offenkundig im Besitz überlegenen Wissens wähnt, speziell im Genderthema (warum auch nicht: ich bin da gewiss kein(e) Experte/in), sollte es ihm ultraleicht fallen, zwei oder drei Studien vorzulegen, welche eine größere Stichprobe als 14 Personen aufweisen.

      Oh, doch nicht?

      Ganz ehrlich: Leute wie STK sind mir exakt so sympathisch wie Thilo Sarrazin. Das ist für mich der gleiche, stets zum Austeilen geneigte Menschen_schlag.

  2. Jo, auf ein sich selbst referenzierendes Zitierkarussel aus Trallala verweisen. Nur, dass Englisch eine andere Sprache ist, in der man sich selten über das Deutsche auslässt – bringt bestimmt viel.. „empfehle“, „zielführender“, …… Blubblubb

  3. Danke Jürgen,

    vielleicht einmal der Hinweis, das dies eben auch den Universalien- oder auch relativismusstreit betrifft. Es geht hier um konkrete Macht, denn ein Begriff, der Allgemeingültigkeit besitzt, wird nicht mehr hinterfragt.

    Das ist einer der Gründe weshalb ich Menschen darum bitte, sich zu selbst zu hinterfragen, ob es einen Begriff geben kann, der Absolutheit beanspruchen kann.
    Ich sage eindeutig nein, denn über etwas Unveränderliches kann kein Mensch, ja kein Lebewesen etwas WISSEN, er kann nur daran GLAUBEN.
    Genau dieser GLAUBE kennzeichnet jede Ideologie.

    @stk
    Ist eine Cordelia Fine im Besitz der einzig wahren Wahrheit?
    Denken hat nichts mit GLAUBEN zu tun. Das ist ein völlig anderer Vorgang. (Fußnote: Wittgenstein)
    Es gab in der Menschheitsgeschichte mehr als einen Irrtum, den kaum einer bemerkte, speziell wenn Kirche, Tempel usw. ihren Allmachtsanspruch durch allgemeingültige Begriffe anmeldeten und durchsetzten. Die Macht der Kirche wurde durch die Aufklärung und des Widerspruchs gegen diese Absolutheitsbegriffe gebrochen.

    Gerechtigkeit ist ein ZUSTAND zwischen Menschen. Sprache kann mein Empfinden nur beeinflussen, wenn ich an eine Allgemeingültigkeit GLAUBE.

  4. „Ich empfehle wieder einmal “Delusions of Gender” von Cordelia Fine. Das hat 42 Seiten Fussnotenanhang, und eine 38 Seiten starke Bibliography, die als Gesamtrundumschlag zum Thema dienen kann.“

    Das Buch ist eher eine Aussenseitermeinung, und hat erhebliche Schwächen. Ich habe hier mal etwas an Kritik zusammengestellt:
    http://allesevolution.wordpress.com/2014/05/20/cordelia-fine-delusions-of-gender-kritik/

    Wenn dann empfehle ich eher „Male/Female“ von David Geary
    http://www.amazon.de/Male-Female-Evolution-Human-Differences/dp/1557985278

  5. Bezüglich Prof. Stefanowitsch ist es lohnenswert, sich ein wenig Zeit zu nehmen und einmal hier vorbeizuschauen, wo seine Arbeitsweise etwas ungehalten aber methodisch sachlich und sehr ausführlich seziert wird (man beachte speziell den Nachtrag unter dem Artikel):

    http://www.belleslettres.eu/blog/stefanowitsch-schnee-eskimo.php

    Es gibt dort auch eine sehr empfehlenswerte Auseinandersetzung mit dem Maskulinum als „Default-Genus“:

    http://www.belleslettres.eu/artikel/der-oder-das-blog_genus.php

  6. das ‚Gendern‘ ist ein sehr schönes Beispiel für die Frage, ob das Sein das Bewusstsein bestimmt: Plötzlich werden händeringend überall ‚Frauen‘ gesucht. Ob als ‚Quotenfrau‘ oder in ‚Männer’berufen wird besonders auf ‚das Geschlecht‘ hingewiesen, dabei sollte eben gerade beim ‚Gender‘ nicht auf den ‚Sex‘ geschaut werden.

    So kommt es, dass aus dem durchaus berechtigten Anspruch, eine Emanzipation der Frauen anzustreben in der Gesellschaft, der Vorwurf formuliert wird, eine ‚weibliche Herrschaft‘ etablieren zu wollen.

    Die Sprache ‚verrät‘ sehr viel über die gesellschaftliche Denkstruktur. Daher ist es unumgänglich, Sprachen wirklich ‚ernst‘ zu nehmen und ’sinn’entsprechend zu übersetzen; ‚gender‘ ist eben nicht gleichbedeutend mit ’sex‘ und ‚Sexismus‘ – ‚Feminismus‘ mit ‚Geschlechtergerechtigkeit‘ gleichzusetzen führt nicht zu einem sensibleren Blick auf genderbedingte Ungerechtigkeit.

  7. @ jottes

    Ich würde „das Gendern“ nicht völlig abtun, auch wenn meine Alltagsbeobachtungen und meine Erfahrungen in meinen Umfeld eher etwas dagegen sprechen und leider für die Annahme, dass mit dieser Sprachübung echte, wirksame sprachliche Hürden errichtet werden – mithin also eine gewisse Sprachdiskriminierung, zumal in Verbindung mit einer leicht unangenehmen Ideologisierung von Sprache.

    Dennoch kann „das Gendern“ imho nützlich sein, so dünn die derzeitig vorliegenden wissenschaftlichen Belege dafür im Moment auch sein mögen:

    1. Einmal dann, wenn das Umfeld zu dieser Sprachübung passt, z.B. in einem akademisch geprägten Umfeld, oder auch, wenn die politisch ähnlich denkenden unter sich sind, z.B. im Kreise der grünen Jugend etc. pp.

    (dann ist es vermutlich deutlich mehr als eine Art „feministischer/politischer Hofknicks in linken Kreisen“ und verdeutlicht via Sprache die starke gemeinsame Überzeugung, dass mehr für die Geschlechtergleichstellung getan werden müsste – allerdings nutzt sich dieser Effekt ab und ist zudem etwas mit der Gefahr verbunden, allzu stark auf Sprachregelungen zu fokussieren, so, als ob damit schon irgendetwas wirklich Relevantes geleistet worden wäre)

    2. Vor allem aber glaube ich, dass „gelegentliches Gendern“, auch mit diesen in weiten Bevölkerungskreisen eher unüblichen sprachlichen Mitteln (Binnen-I und die „Gender-Rosette“) einen echten (!) Nutzen erzielen kann, indem es einerseits den Lese/Sprachfluss nicht stört (z.B. eingesetzt bei jedem 20.ten oder 50.ten möglichen Wort), andererseits aber doch wirksam die Aufmerksamkeit auf die Geschlechterfrage lenkt, bzw. an ausgesuchten Textstellen eben hervor hebt, dass alle Geschlechter gemeint sind.

    Die Dogmatiker werden mit meiner Position vermutlich nicht viel anfangen können.

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