Ich bin Pirat – oder: Wie waren Piraten erfolgreich

Ein Gedanke zu “Ich bin Pirat – oder: Wie waren Piraten erfolgreich”

  1. Eigentlich ist der Text ein schönes Beispiel warum es nicht funktioniert hat und auch bei einem Neuanfang nicht funktionieren wird. Es gibt kein zurück, der Zug ist abgefahren.

    Eigentlich könnte man schon die Formulierung der Grundwerte hinterfragen. Auch da gibt es Interpretationsspielraum. Aber nehmen wir mal an, dies wären tatsächlich die Basis des Piratseins.

    Schon der nächste Schritt zeigt exemplarisch, dass das einfach nicht reicht. Aus Nachhaltigkeit, Vernunft und Nutzung von Wissen kann man auch Problemlos für die Atomkraft sein (Viele Piraten sind für AKWs – https://wiki.piratenpartei.de/AG_Nuklearia) Es gibt Vernüftige (Gefahrenabschätzung, Utilitaristisch), Nachhaltige (Platzverbrauch, Klimaerwärmung) Argumente für AKWs. Die Einschätzung Pro oder Kontra, basiert auf vielem, aber sicherlich nicht auf solch vagen Absichtserklärungen zu groben Konzepten welche nicht ausdefiniert wurden.

    Darum sind auch alle „liberal“ und stehen für „Grundrechte“ – aber in konkreten Sachfragen stehen sich oft mehrere Prinzipien im Weg und müssen gewichtet werden. Und den Piraten fehlt das einende Element um diese Konflikte zu lösen oder die grosse Idee welche sie zusammenhält.

    Es gibt glaub ich kaum eine Frage bei welcher es nicht eine grössere Minderheit gab welche die komplett konträre Ansicht vertrat und sich natürlich auf die gleichen Grundlagen berief.

    „Mit diesem Handwerkszeug lässt sich zu fast jeder politischen Fragestellung eine [eindeutige] Antwort finden.“? Eine Antwort finden ist nicht schwer – eine eindeutige Antwort finden ist aber nicht möglich mit solch vagen Ideen.

    Und damit ist der Rest des Textes Makulatur, weil beide Seiten berufen sich auf das gleiche Fundament, und beide Seiten haben gute Argumente. Ehrlich ist eben, auch zu zeigen, dass es für konkrete Probleme keine Eindeutige Antwort gibt, es ist immer eine Medaille mit zwei Seiten. Die Piraten waren keine Partei – es war nicht möglich Leute auszuschliessen die zu weit weg waren, weil viele Piraten die Partei mit einem Staat verwechselt haben. Es ist keine Zensur wenn man Spinner rauswirft und es ist auch kein Beinbruch wenn der Vorstand seine Meinung kund tut. Die neurotische Zwangsstörung zwischen „Vorstandsmeinung“ – „Parteimeinung“ und „Persönlicher Meinung“ zu unterscheiden hat viel mehr Schaden angerichtet als die sachlichen Meinungsunterschiede ob man jetzt für oder gegen AKWs, für oder gegen BGE und, für oder gegen Geheime Abstimmungen war.

    Die grossen Meinungsverschiedenheiten und mit ihr die emotionale Involvierung eines grossen Teils der Piraten hatte vor allem damit zu tun, nicht akzeptieren zu können, dass auch andere Antworten richtig sein könnten. Beide Seiten waren sich immer vollkommen einig, dass sie die Wahrheit gepachtet hatten.

    Die Millenials sind eine Generation welche nicht gerne zurücksteckt – absolutistische Meinungen gehören dazu. Auch ich habe Mühe mit Meinungen die (für mich) offensichtlicher Unsinn sind. Aber in einer Partei wird man niemals alle seine Ideen erfüllt sehen. In einem Gemeinwesen wird es immer wieder widerspruch geben. Wenn ein grosser Teil einer Partei mit widerspruch nicht konstruktiv umgehen kann und stattdessen mit allen Mitteln die andere Meinung zerstören will wird sich immer selbst zerstören.

Kommentar verfassen

Trage deine Daten unten ein oder klicke ein Icon um dich einzuloggen:

WordPress.com-Logo

Du kommentierst mit Deinem WordPress.com-Konto. Abmelden / Ändern )

Twitter-Bild

Du kommentierst mit Deinem Twitter-Konto. Abmelden / Ändern )

Facebook-Foto

Du kommentierst mit Deinem Facebook-Konto. Abmelden / Ändern )

Google+ Foto

Du kommentierst mit Deinem Google+-Konto. Abmelden / Ändern )

Verbinde mit %s